Im Alltag kommen kleine Verletzungen wie Schnitte, Kratzer oder Verbrennungen sehr häufig vor. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sie behandeln können.
Als Erstes: Allgemeine Empfehlungen
Sie sollten sich zunächst die Hände gründlich mit Wasser und einer milden Seife waschen. So verhindern Sie, dass Bakterien in die Wunde gelangen.
Was mache ich, wenn es blutet? Die Blutung muss zuerst gestillt werden. Im Falle von leichten Verletzungen sollten Sie mit einer Gaze auf die Wunde drücken. Nachdem die Blutung aufhört, sollten Sie die Wunde mit Kochsalzlösung reinigen, und zwar von der Mitte zu den Rändern hin.
Wie häufig sollte ich die Wunde versorgen? Die Wunde sollte jeden Tag gereinigt und mit einem Antiseptikum behandelt werden. Sollte nach einer Woche noch keine Heilung eingetreten sein oder wenn irgendwann Anzeichen einer Infektion auftreten, müssen Sie eine medizinische Einrichtung aufsuchen.
Und wie merke ich, ob sich die Wunde entzündet hat? Dann ist die Haut um die Wunde herum warm, geschwollen, hat rote Flecken, nässt oder riecht unangenehm. Dazu können Fieber oder Schmerzen auftreten. In diesen Fällen ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen.
Behandlung je nach Wundart
- Schnittwunden, verursacht durch scharfe Gegenstände (Messer, Glas…).
Reinigen Sie die Wunde mit Hilfe einer Kochsalzlösung und legen Sie dann eine sterile Gaze auf. Üben Sie dabei leichten Druck aus. Decken Sie die Wunde mit einem sterilen Verband ab. Sollten die Wunden tief sein und genäht werden müssen, sollten Sie innerhalb von 6 Stunden eine medizinische Einrichtung aufsuchen.
- Schürfwunden, die entstehen, wenn die Haut über eine raue Oberfläche reibt
Die Wunde sollten Sie mit Wasser und milder Seife reinigen, um Rückstände zu entfernen, und anschließend mit Kochsalzlösung nachreinigen. Tragen Sie ein topisches Antiseptikum (am besten Chlorhexidin) auf und bedecken Sie die Wunde mit einem sterilen Fettverband und einer sterilen Gaze darüber.
- Leichte Verbrennungen
Die Stelle 10 bis 15 Minuten lang in kaltem Wasser kühlen. Danach mit Kochsalzlösung reinigen, ein Antiseptikum (am besten als Gel) auftragen und mit einem Hydrokolloidverband abdecken.
- Schlagverletzungen, die Blutergüsse oder Schwellungen verursachen
Falls keine Blutung auftritt, legen Sie Eis auf die Stelle, wobei Sie das Eis in ein Tuch wickeln, damit es nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommt und keine Kälteschäden entstehen. Falls es blutet, versorgen Sie die Wunde und befolgen Sie danach die oben genannten Schritte.
Bei starken Schmerzen oder Anzeichen einer Fraktur suchen Sie bitte eine medizinische Einrichtung auf.
- Stichwunden, verursacht durch einen spitzen Gegenstand (Schraube, Holzsplitter…)
Reinigen Sie die betroffene Stelle mit Wasser und milder Seife. Überprüfen Sie, ob noch Fremdkörper in der Haut stecken, und suchen Sie bei Bedarf eine medizinische Einrichtung auf.
In allen Fällen ist es wichtig, sich zu vergewissern, dass Ihre Tetanusimpfung auf dem neuesten Stand ist.
Häufige Fehler
- Verwendung von Alkohol. Dieser darf nicht direkt auf die offene Wunde aufgetragen werden, da das Gewebe dadurch gereizt wird. Wasserstoffperoxid hat nur eine begrenzte antiseptische Wirkung.
- Mischen verschiedener Antiseptika, wie Jod und Chlorhexidin, da diese sich gegenseitig neutralisieren und somit möglicherweise keine Wirkung zeigen.
- Verwendung von Watte zum Reinigen der Wunde. Es ist besser, sterile Gaze zu verwenden, da Baumwolle Fasern und Rückstände hinterlassen kann.
- Die Wunde der Luft aussetzen. Es empfiehlt sich, diese abzudecken, da dies die Heilung beschleunigt und fördert, indem es die Bildung einer Kruste begünstigt.
- Auf die Wunden pusten, da sich im Mund Keime befinden, die diese infizieren können.











